Neue Überschwemmungen im Norden Bulgariens, Aufräumarbeiten in Varna und im Balkangebirge

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Nach den heftigen Überschwemmungen am Vorabend wurde die Region um Dobrich, nördlich der bislang am schlimmsten betroffenen Hafenstadt Varna, überschwemmt. In der Stadt reichte das Wasser auf den Strassen bis unter die Dächer vieler Autos, drei Menschen kamen hierbei ums Leben. Auch der international beliebte Badeort Albena hat mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Das Hotel Gergana musste 500 Touristen evakuieren, da ein benachbarter Fluss in das Hotel gespült wurde. Auch 5 weitere Hotels wurden mit Hilfe der bulgarischen Streitkräfte und der Rettungsdienste über Luft und Boden evakuiert. In den benachbarten Orten Balchik, Kranevo und Karvarna kam es ebenfalls zu Wasserschäden.

Überschwemmungen in Dobrich
Währenddessen konnte man am Morgen in Varna und im nördlichen Balkan bei Veliko Tarnovo und Gabrovo das ganze Ausmaß der Katastrophe erkennen. In Varna wurden in grosser Anzahl Autos weggespült und wie Pappspielzeuge zusammengedrückt. In allen betroffenen Regionen sind in grosser Anzahl Habseligkeiten und Wohngebäude beschädigt oder zerstört, das Wasser reichte Teilweise bis in die oberen Stockwerke der Wohnhäuser. Bis auf weiteres wurden Notunterkünfte in Schulen und Sporthallen bereitgestellt. Bis der Schaden bezifferbar ist, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. In der Zwischenzeit wurden auch Details über die Verunglückten bekannt. Den Großteil der Betroffenen erwischte die Flutwelle im Auto oder auf der Strasse, andere wurden in ihren Häusern überrascht. 3 Passanten, die an einer Bushaltestelle warteten, wurden weggespült und werden noch vermisst. 10 Leichen sind inzwischen geborgen worden, 6 Leute werden mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Es sei nicht ausgeschlossen, das aus den Trümmern noch weitere Personen geborgen werden, so der Vorsitzende der Polizeikräfte im Land. Für Montag den 23.06.2014 ist Staatstrauer angeordnet.

Der “Tag danach” in Varna

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Mit schwerem Gerät wurden die Trümmer beseitigt

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Die Hauptstrasse zum Shipka-Pass wurde stellenweise komplett zerstört

Aufräumarbeiten an der B5 (Pass der Republik)
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Die Wassermassen rissen ganze Waldflächen mit

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Auch in Kilifarewo wurden Autos…

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…und Anhänger von den Fluten mitgerissen

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In Debelets ist eine Brücke von den Fluten zerstört worden

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Das Wasser hat die alte Steinbrücke förmlich zerrissen

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Viele in Flussnähe abgestellte Fahrzeuge fielen den Fluten zum Opfer

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Dieser eingefriedete Sportplatz ist zu einem Wasserbecken geworden

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Ohne Worte

Bildergallerie der Schäden und Aufräumarbeiten im Vorbalkan
© BGNews.de

Auch die unstabile politische Situation in Bulgarien spiegelt sich in der Aufarbeitung der Überschwemmung wieder. So ist dem Oberbürgermeister von Varna trotz der Notlage jeglich Kommunikation mit Premier und Innenminister versagt worden, und bereits am Abend gab es erste Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen. Währenddessen hat die zuständige EU-Kommisarin für Katastrophenfälle Christina Georgiewa Hilfe der EU-Kommission zugesichert.

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