Sorge nach Angriff auf Banken in Bulgarien

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Der vorübergehende Auszahlungsstop der Kooperativen Handelsbank (KTB) in der vergangen Woche mit der anschließenden Übernahme der Kontrolle des Staates über das Geldhaus zieht nun weitere Kreise. Bereits am gestrigen Donnerstag trennten sich Anleger in großer Zahl von Aktien der First Investment Bank (FIBank) aus Sorge um ein Übergreifen der KTB-Krise auf das drittgrößte bulgarische Geldinstitut. Nachdem dadurch der Kurs der Bank sehr medienwirksam um ein Viertel gefallen war, begannen Unbekannte die ohnehin schon verwirrte Bevölkerung durch eine groß angelegte Kampagne mittels SMS und Internetveröffentlichung zum sofortigen Abheben ihrer Ersparnisse zu bewegen. Auch in und vor den Banken wurden Personen gesehen, die Bankkunden aktiv zum Abheben bewegt haben sollen. An den Ausgabeschaltern bildeten sich Schlangen mit zeitweise bis zu 65 Kunden. Geldautomaten überall im Land waren am Freitag leergeräumt. So wurden am Freitag Vormittag allein von der FIBank 400 Millionen Euro abgehoben. Fillialen der Bank musste aus “logistischen Gründen” am Nachmittag schliessen. Ein Sprecher der Bulgarischen Nationalbank versicherte, dass dieser als kriminell bezeichnete Versuch, das bulgarische Bankensystem zu destabilisieren, keinen Erfolg haben werde. Die Nationalbank habe ausreichend Rücklagen, um dagegen vorzugehen. Ähnlich äusserten sich Innenminister Jowtschew und Premierminister Orescharski.

Viele Einwohner Bulgariens reagieren nervös auf Warnungen aus dem Finanzsektor, nach dem in den 90-er Jahren ein Zusammenbruch des Bankensystems 14 Banken in den Ruin getrieben hat. Die Folge waren Massive Wertverluste des Bulgarischen Levs, der daraufhin per gesetzlicher Wechselkurzbindung 1:1 an die D-Mark gebunden wurde. Bis auf kleine Korrekturen gilt diese Wärungsbindung bis heute immer noch, mit einem festen Kurs zum Euro.

Quellen: Reuters, Focus, Btv

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