Nachrichtenüberblick Bulgarien: Korruption, Nachtragshaushalt, Protest von Muslimen

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Umstrittene Richterin des sofioter Stadtgerichts geht nach einer Reihe von Affären

Frankreichs Botschafter in Bulgarien, Xavier Lapeyres de Cabanes, griff Richterin Rumjana Tschenalowa des Stadtgerichts Sofia im Dezember des vergangenen Jahres an, da sie ein Insolvenzverfahren gegen die bulgarischen Tochterunternehmen des großen französischen Wein- und Spirituosenvertreibers Belvédère “Belvedere Distributsiya” und “Domain menada” eingeleitet hatte. Tschenalowa hatte einen Insolvenzverwalter mit noch nicht vollständig abgeschlossene Ausbildung beauftragt und den Insolvenzbescheid mangelhaft verfasst. Auch habe der betreffende Insolvenzverwalter teilweise vorsätzlich mangelhaft gearbeitet, so die verantwortlichen der betroffenden Firmen. Herausstechend sei ein Fall, der vom französischen Botschafter in Bulgarien in einem Interview des Fernsehsenders BTV als Absurd bezeichnet wurde. So wurden bei Unternehmenschulden in der Gesamthöhe von 58.000 Euro vom Insolvenzverwalter eine Sicherhetsfirma beauftragt, die dreissigtausend Euro monatlich bekommen sollte. Der Diplomat ist sich sicher, dass persönliche Bekanntschaften hier eine grosse Rolle gespielt haben,in die auch die Richterin verwickelt ist. Mittlerweile wird das Verfahren von einem anderen Richter und Insolvenzverwalter betreut. Die entsprechende Richterin wurde jetzt vom Amt suspendiert.

Bewilligung der Aufnahme vom Nachtragshaushalt

Das Parlament hat den strittigen Nachtragshaushalt verabschiedet. Dies wurde durch Stimmen von Gerb, dem Reformationsblock, ABV und DPS möglich. Dagegen erklärten sich BSP, Ataka und die Patriotische Front.”Dafür” haben 161 von den Abgeordneten abgestimmt, 50 dagegen und 12 haben sich enthalten. Die Partei ABV hatte eine Schlüsselposition bei der Entscheidung. Die Partei des ehemaligen Präsidenten Georgi Parvanov hat sich bis zum letzten Moment ausgesprochen und ist dann doch noch umgeschwenkt. Parvanov hat die Abkehr der Partei von ihrer Linie als politischen Fehler bezeichnet und hat seinen Rücktritt angekündigt.

Mangel an Arbeitskräften am schwarzen Meer

Es besteht ein Mangel an saisonalen Mitarbeitern im Tourismusbereich. Nur für den Sonnenstrand werden zehntausend Mitarbeiter gebraucht. Ungefähr 1000 Arbeitslose werden vor der Saison für Zimmerfrauen, Köche und Kellner ausgebildet. Die Kosten dafür werden vom Staat finanziert.
Immer mehr Hotel- und Restaurantinhaber suchen auch nach Arbeitskräften aus Ländern wie Mazedonien, Serbien, der Ukraine und Moldavien.

Hunderte bulgarische Muslime protestieren gegen Angriffe auf den Islam

Muslime, die in der Region von Gotste Delchev leben, haben gegen die feindlichen Handlungen gegenüber der islamischen Religion jüngster Zeit protestiert. Die Demonstranten riefen ihre Mitbürger zur religiösen Toleranz auf. Im vergangenen Monat wurde der Eingang der Anlage, in dem sich die Moschee und das Amt des Muftis befindet mit Außenwand Phrasen beschmiert. Eine andere Moschee in Plovdiv wurde Opfer eines Brandanschlages, aber der Brand wurde schnell gelöscht. Auf die Aussenwand der Moschee Hadschi Osman in Dobrich wurde ein Kreuz geschmiert.

Das Wetter

Diese Woche wird weitgehend bewölkt bis bedeckt, am Dienstag wird von nordwesten her eine Regenfront erwartet, die fast über das ganze Land zieht, lediglich die Regionen zwischen Rhodopen und Stara Plania um die Städte Plovdiv und Stara Zagora wird verschont. Am Wochenende dann Regenschauer im ganzen Land und leichte Abkühlung.Die südwestliche Region um Blagoevgrad und Sandanski hat die ganze Woche mit Regenschauern zu rechnen.

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